Google, Yahoo! und bing haben Konkurrenz bekommen. Facebook Marketing auf externe Seiten funktioniert gut und birgt viele Chancen! Dieser Artikel zeigt, wie man sinnvoll in das PPC Marketing auf Facebook startet.
Facebook hat weltweit ~400 Millionen User, in Deutschland waren es im Mai 2010 knappe 9,2 Millionen Facebooknutzer. Diese Nutzerzahl  ist für ein ganzheitliches Online Marketing einfach nicht mehr zu vernachlässigen. Zumindest wenn man im B2C Bereich wirbt, denn hier haben wir ein typisches Consumer Umfeld mit einem hoch privaten Hintergrund. Viele Werber nehmen fälschlicherweise noch an, dass die Anzeigen auf Facebook nur zur Promotion von Fanseiten, Apps und weiteren Facebookinternen KPIs genutzt werden können. Das allerdings auch klassische Onlinewerbung zur Bewerbung externer Seiten geschaltet werden kann ist vielen noch unklar. Das soll sich hiermit ändern.
Wie starten?
Grundsätzlich benötigt man ein Profil, von dem aus man Werbeanzeigen schalten kann. Hier ist es ratsam ein Unternehmensprofil, bzw. ein gesondertes Profil für den Werbenden anzulegen. Sobald dieses Profil vorliegt kann man bereits starten. Man erreicht die Avertizerseite über die folgenden Links:
oder direkt über http://www.facebook.com/advertising/
So gelangt man schnell in das Tool zur Erstellung von Anzeigen.
Facebook Werbeanzeige gestalten
Der Start ist nichts Neues. Man benötigt eine Ziel-URL, einen Titel für den 25 Zeichen und eine Beschreibung für die 135 Zeichen zur Verfügung stehen. Auch hier gilt es natürlich möglichst gute Anzeigentexte zu schreiben. Â Call-to-Action und reason-why sind auch hier wichtige Elemente, die auffordern und überzeugen.
Neu wird der 4. Punkt. Das optionale Bild entspricht nicht den bisherigen Standardgrößen für Banner wie Skyscraper und Co. Facebook hat ein Sonderformat eingeführt, um den Bedingungen des Seitendesigns besser zu entsprechen.
Die Bildgrößen sind zwischen 100 x 72 Pixel bis 110 x 80 Pixel festgelegt. Das Verhältnis muss aber nicht 10 zu 7,2 sein, sondern kann nach Belieben gewählt werden.
Gerade das Bild ist das wichtigste Mittel um die Aufmerksamkeit auf die Anzeige zu ziehen. Achtet hier also darauf, dass das Bild extrem gut gewählt wird. Es wird den späteren Erfolg eurer Anzeige und damit auch den effektiven CPC maßgeblich bestimmen!
Facebook Tracking
Wichtig zu wissen ist, dass Facebook zwar mittlerweile ein eigenes Tracking anbietet, dass aber nach meiner Erfahrung nach bisher nicht verlässlich ist. Es ist daher absolut ratsam ein zusätzliches Tracking zu nutzen.
Empfehlenswert für Einsteiger ist hier die Verwendung von Google Analytics und die Verwendung getaggter URLs.
Zielgruppen wählen
Facebook hat den Vorteil, dass enorm viele Demografische Daten vorliegen, die es uns ermöglichen unsere Zielgruppe sehr genau zu definieren und die Auslieferung unserer Anzeigen so zu optimieren.
Die Definierung der Zielgruppe erfolgt über mehrere Unterpunkte, die im Folgenden näher erläutert werden. Standardmäßig sind die Advanced Targeting Options deaktiviert, die man benötigt, wenn man alle der unten nun Punkte nutzen möchte. Diese sollten also als erstes am unteren Ende der Seite aktiviert werden.
Achte von Anfang an auf eine möglichst hohe Relevanz bei der Auswahl der demographischen Kriterien! Viel macht viel ist auch hier auf Facebook nie die richtige Denkweise. Erstelle lieber mehr Anzeigenversionen und Kampagnen, die spezieller auf die verschiedenen Zielgruppen eingehen.
Ort
Das erste zu nutzende Datenset ist eine sehr genaue lokale Ausrichtung. Hier wird nicht auf IP Daten zurück gegriffen, wie es Google und Co. machen müssen und was oft sehr ungenau ist. Hier geben die User freiwillig an, wo ihre Heimat ist. Damit haben auch kleine lokale Werbetreibende großartige Möglichkeiten gezielt potenzielle Kunden anzusprechen. Wählbar sind
- Länder
- Bundesländer und Regionen
- Städte
Hier muss ich allerdings anmerken, dass Regionen praktisch bisher nicht verfügbar sind.
Demographie
Hier können die wichtigsten Daten der Zielpersonen ausgewählt werden:
- Alter
- Geschlecht
- An welchem Geschlecht interessiert
- Beziehungsstatus
- Sprache
Da muss nicht mehr viel erklärt werden. Hier sollte vor allem auf Stolpersteine, wie eine Geschäftsfähigkeit geachtet werden, wenn man Produkte verkauft.
„Gefällt mit“ & Interessen
Hier sollte man denken, man kann klassisches Keywordmarketing betreiben, aber dem ist nicht so. Zwar kann man hier Interessen angeben, jedoch müssen diese bereits als Gruppe oder „Like“ Eintrag bestehen. Wörter, die über den Abgleich nicht verfügbar sind, können nicht zur Verfeinerung genutzt werden – und das sind leider noch ziemlich viele.
Auch können keine Keywords zusammengefasst werden, damit sie weiter einschränkend werden. „Online Marketing“ (120 Personen in Hamburg) und „lernen“ (360 Personen in Hamburg) gleichzeitig zu verwenden führt zu einer Ergänzung, man erreicht also mitmal 480 Personen und hat die Relevanz verringert, denn „lernen“ kann man neben „Online Marketing“ natürlich noch weitere Dinge.
Also aufgepasst und genau definiert an dieser Stelle!
Man sammelt durch die Definition der einzelnen Gruppen und gefallenen Themen also pro Thema mehr Interessenten.
Hier wäre es ggf. zu überlegen eigene Gruppen zu erstellen, die Services und Produkte die man vertreiben möchte beschreiben, und diese zusätzlich zu promoten. So kann man sich seine Zielgruppe mit etwas Arbeit selbst schaffen und definieren.
Ausbildung und Arbeit
Hier gibt es wieder nicht viel zu erwähnen, außer einem weiteren Mangel, nämlich den fehlenden Schulbildungen. Ich bin der Meinung, wenn schon
- Hochschulabsolventen
- Studenten und
- Schüler
Separiert werden, kann auch eine Unterteilung der Schulbildung erfolgen. Ich selbst hätte es schon für Marketingmaßnahmen brauchen können. Also Daumen drücken, dass es noch implementiert wird.
Sehr interessant auch, dass Mitarbeiter von Firmen direkt angesprochen werden können. Hierfür wird aber wiederum eine Firmengruppe benötigt.
Verbindungen auf Facebook
Dieses Feature ist dasjenige, dass den Social Media Faktor von Facebook am meisten nutzt, denn damit werden ggf. Menschen direkt oder über die Verbindung mit Freunden angesprochen, die bereits mit bestimmten Seiten, Veranstaltungen oder Gruppen verbunden sind. Folgende 3 Versionen sind verfügbar:
- Facebooknutzer ansprechen, die bereits mit Seiten, Veranstaltungen oder Gruppen verbunden sind, deren Administrator du bist,
- Facebook Nutzer ansprechen, die noch nicht mit einer deiner Seiten, Veranstaltungen oder Gruppen verbunden sind oder
- Facbookfreunde von Menschen ansprechen, die mit einer deiner Seiten, Veranstaltungen oder Gruppen verbungen sind, was sicher das interessanteste Feature der drei ist.
Tagesbudget und CPC festlegen
Der letzte Schritt ist die Festlegung der Preise. Tagesbudget und (achtung, hier sind wieder fortgeschrittene Optionen möglich) CPCs sind im dritten Abschnitt festzulegen. Meiner Erfahrung nach sind die vorgeschlagenen Gebote gar nicht schlecht, wenn es darum geht ein Initialgebot festzulegen.
Die späteren tatsächlichen CPCs hängen dann ganz stark von der Klickrate ab. Ähnlich dem Qualitätsfaktor sorgt ein Algorithmus dafür, dass relevante, gut performende Anzeigen preislich bevorzugt werden. Eine gute Auswahl der Zielgruppe im Vorfeld und eine ausgefeilte, dazu Aussteuerung der Anzeigen sorgt letzten Endes für eine potenziell sehr günstige Kampagne.
Startet aber eher vorsichtig. Ein hoher CPC sorgt schnell für hohe Ausgaben, die nicht immer an entsprechende Erfolge gekoppelt sind. Sachte anfangen und dann bei Erfolg die Gebote weiter ausbauen ist gerade bei Facebook eine wichtige Devise.
Bei den bisher gefahrenen Kampagnen habe ich CPOs von unter 50% der Google CPOs erreicht. Jedoch ist das Klickvolumen eher mit dem von Yahoo vergleichbar. Es lohnt sich also, auch einmal Facebook in den Marketingmix mit aufzunehmen! Viel Erfolg dabei!
Fragen an dich
- Hast du bereits Erfahrungen mit Facebook PPC Anzeigen gesammelt?
- Welche Tipps und Tricks hast du für uns parat?
- Welches Tracking verwendest du zur Erfolgsmessung der Facebookanzeigen?
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Unsere Erfahrungswerte Facebook Ad’s vs. Google AdWords:
- CTR (Klickrate) ist viel tiefer als bei AdWords
- CPC (Klickkosten) dafür weniger hoch, d.h. Facebook Klicks sind günstiger
Die Facebook-Ad’s sollten persönlich ansprechen und zu einer Interaktion einladen. Das Targeting und die Gestaltung der Kampagne ist dabei enorm wichtig.
[Antwort]
Hallo,
Ich habe da noch eine Frage: in ihrem Artikel heißt es das, wen die Werbeanzeige eine hohe CTR hat der CPC sinkt. Heißt das im Umkehrschluss auch, dass bei einer schlechten CTR der CPC steigt? Bei was für einer CTR läuft eine Facebook anzeige den „gut“?
Mfg
Matthias
[Antwort]
Jan Borgwardt Antwort vom Juni 24th, 2010 16:46:
Hi Matthias,
Du liegst richtig. Schlechte Klickraten bedeuten höhere tatsächlich zu zahlende CPCs. Grundsätzlich wirst du aber, genau wie beispielsweise auch in Adwords, nicht mehr als deinen angegebenen Maximal-CPC zahlen. Dann wird die Anzeige einfach nur noch weniger bis gar nicht mehr angezeigt.
Was gute Kampagnen angeht kann man glaube uch auch hier wieder nicht pauschalisieren. Aber um mal eine Zahl in den Raum zu werfen sind CTRs um 0,1% nicht ungewöhnlich, aber teuer. 1% CTR Anzeigen dagegen schon selten. Meiner Erfahrung nach liegt der CPC dann bei ca 1/4 des Maxgebotes. Das wird aber auch immer darauf ankommen und wird nicht allgemeingültig sein.
Schöne Grüße
Jan
[Antwort]