Keywordphrasen vs. Keywordelemente




Einige Verticals erfordern eine strikte Verwendung der Matchtypes phrase und exact. Das liegt daran, dass eine zu großzügige Auslegung von Wortverwandtschaften durch den Matchtype broad schnell falsche Ergebnisse anzeigt. Im folgenden Beispiel handelt es sich um das Travel-Vertical, genauer gesagt ein imaginäres Hotel. Da läßt sich gut aufzeigen läßt warum das so ist und wie man damit umgehen kann.

Das Problem

Das Problem, dass sich bei der Verwendung von phrase matches ergibt ist, dass man jede erdenkliche Kombination im Konto einbuchen muss. Dabei sollte aber dennoch auf die Sinnhaftigkeit der Kombinationen geachtet werden. Gerade die Verwendung von automatisierten Kombinationsdiensten wie z.B. combinewords liefert schnell zu viele Keyword-Phrasen. Keyword-Kombinationen, die nie gesucht werden blähen das Konto nur unnütz auf und erschweren dessen Verwaltung. Es entsteht also Spam.

Warum nicht broad match?

Stellen wir uns folgendes Szenarion vor: Das Hotel ist ein kleines Hotel am Rande von Hamburg, sagen wir im Süden – in Harburg. Geschäftsreisende, die Termine im Norden von Hamburg haben würden viel zu lange benötigen, um zu ihrem Termin zu kommen. Daher würden diese Reisenden das Hotel eher nicht buchen, sondern eine Alternative suchen. Ist die Anzeige nicht richtig ausgerichtet, also z.B. direkt auf Harburg oder das südliche Umland, erkennt man diesem Umstand erst auf der Zielseite selbst.

Die Folge: Ein Absinken der Conversionrate und unnötige Kosten.

Bucht man nun nicht das weitläufige Hamburg als Keyword ein, sondern direkt Hamburg Harburg erfolgt eigentlich eine gezieltere Ausrichtung. Sollte man denken… aber die Verwendung von broad match erlaubt es Google auch bei Suchen nach art- und wortverwandte Keywords eine Anzeige auszulösen. Hat man nun nicht alle erdenklichen negative-Keywords eingebucht werden ggf. wieder Anzeigen an nicht geeignete Menschen ohne Conversions-Potenzial ausgeliefert.

Diese Auslieferung erfolgt teilweise soweit, dass auch weit entfernte Regionen als Ziel herangezogen werden können. So kann bei einer Einbuchung der Phrase “Hotel Hamburg” ggf. auch eine Anzeige für die Suche nach “Hotel Berlin” ausgelöst werden. Dies nennt sich dann expanded broad match bzw. extended broad match und tritt auf, wenn Wörter von den Suchmaschinen als verwandt eingestuft werden und die Anzahl der Konkurrenzanzeigen eher gering ist.

Warum phrase bzw. exact match?

Das oben geschilderte Problem existiert bei einer Verwendung von phrase match bzw. exact match nicht. Es erfolgt nämlich keine Auslegung des Keywords. Es wird nur die eingebuchte Kombination (bei phrase ggf. mit voran, bzw dahinterstehenden Keywords) eine Anzeigenschaltung auslösen.

Dafür muss aber tatsächlich jede erwünschte Kombination eingebucht und aktiv sein, um damit gefunden werden zu können. Das Problem ist nun, dass sich schnell sehr viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben. Je länger eine Phrase ist, desto öfter muss kombiniert werden um alle Möglichkeiten abzudecken. Damit nun aber nicht jede potenziallose Phrase im Konto vor sich hin vegitiert kann eine kurze Überlegung vorab helfen viele Kombinationen zu verhindern.

Phrase oder Element?

Eine Phrase ist allgemeinhin eine Reihe Keywords die zusammen eine Beschreibung ergeben. Als Beispiel nehmen wir wieder unser “Hotel Hamburg”. Sucht nun jemand nach dieser Phrase soll unsere Anzeige erscheinen. Wird nach “Hamburg Hotel” gesucht, möchten wir aber natürlich auch erscheinen. Da phrase match aber sehr restriktiv ist und keine Auslegung zuläßt muss diese Kombination ebenfalls extra eingebucht werden.

Sind diese zwei Kombinationen im Konto, haben wir nun 2 Phrasen mit je 2 Elementen eingebucht. Ein Element ist dabei ein nicht kürzbarer, vertauschbarer oder veränderbarer Teil der Phrase.

Ein Beispiel: nicht vertauschbar ist z.B. das Element “3 Sterne”. Eine Kombination in umgekehrter Reihenfolge würde nur sehr bedingt sinnvoll sein.

Sinnvoll kombinieren!

Das richtige kombinieren ist das große Geheimnis. Die tatsächlich sinnvollen Kombinationen ergeben sich nun nicht aus der Kombination sämtlicher Wörter und Zeichen, sondern aus der Kombination der Elemente!
Sinnvoll ist z.b. “3 Sterne Hotel Hamburg”, aber nicht “3 Hotel Sterne Hamburg”. Daher sollten vor dem Kombinieren erst alle Elemente identifizier werden.

3 Elemente in 1 PhraseMan sieht innerhalb dieser Phrase zwar 4 Wörter, aber nur 3 Elemente. Rechnet man sich nun aus, wieviele Kombinationen wir dadurch sparen ist das schon ein hübsches Sümmchen an möglichen Keywords:

3! = 6 anstatt 4! = 24

Wir haben also bereits in diesem Beispiel 18 Kombinationen gespart. Rechnet man dies auf die Anzahl der im Konto befindlichen Keywords hoch können wir durch so eine einfache Überlegung schnell mehrere tausend unnötige Phrasen im Konto sparen.

Weitere Fragen

Welche Traktiken und Tricks nutzt ihr um Keywordspam und massiven Keywordlisten zu verhindern? Schreibt uns eure Tipps und Meinung als Kommentar.




About the Author

Jan Borgwardt ist als Senior Account Manager operativ im Suchmaschinenmarketing (SEM) und als Consultant für Suchmaschinenoptimierung (SEO) tätig. Als Teil des Teams von bigmouthmedia, Europas größter unabhängigen Online Marketing Agentur, ist er für internationale Kunden in den Verticals Travel und Retail tätig.